Duale Reihe Physiologie

From Fachschaft Medizin Göttingen

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Bibliografie
Bild:DR-Physio.jpg
Buchname: Duale Reihe Physiologie
Auflage: 1. Auflage
Autoren: Jan C. Behrends et al.
Verlag: Georg Thieme Verlag
Anschaffungspreis: 44,95
Seitenzahl: 830
ISBN-13: 9783131384119
Sonstiges: 630 Abb., 93 Tab., kartoniert

Duale Reihe Physiologie auf www.thieme.de


Die Anzahl der Physiologie-Bücher, die auf dem Markt verfügbar sind, ist groß und doch genügt kein Buch universellen Ansprüchen – fragt man in höheren Semestern bekommt man von vier Leuten immer fünf verschiedene Empfehlungen. Da schlugen die Gerüchte, dass es eine Duale Reihe Physiologie geben sollte wie eine Bombe ein – das Konzept der Dualen Reihe ist in der Klinik schon seit vielen Jahren erprobt und auch die Ausgaben für Anatomie und Biochemie haben sich innerhalb von kürzester Zeit als die neuen Standardwerken ihrer Fächer etabliert. Doch kann die Duale Reihe Physiologie diesen hohen Ansprüchen, ganz besonders angesichts der teilweise sehr speziellen Lehrinhalte der Göttinger Physiologie, genügen?

Die Aufmachung des Buches ist jedenfalls ganz gewohnt mit dem Haupttext und der rot unterlegten Randspalte mit den zusammengefassten Aussagen des Haupttextes zum schnellen Wiederholen. Der Hauptext selbst ist regelmäßig mit Kästen, die Definitionen, Exkurse, Klinikverweise oder sonstige wichtige Inhalte, die man sich merken sollte, gespickt. Generell wirkt die gesamte Aufmachung auf den ersten Blick frisch, modern und übersichtlich.

Das Buch beginnt zunächst mit den Grundlagen der Membranphysiologie, welches eine Mischung aus der Biologie noch bekannten Inhalten und neuen Fakten wie dem Wesen der Ionenkanäle sowie den daraus entstehenden Membranpotentialen ist. Dieses Kapitel mag auf den ersten Blick etwas kurz geraten sein, liest man aber weiter so erfährt man in den folgenden Kapiteln zur Grundlagen der Neuro-, Muskel- und Herzphysiologie weitere, in Göttingen prüfungsrelevante Details zum Aktionspotential und den beteiligten Kanälen. Es fällt hier auf, dass regelmäßig die exakten Bezeichnungen der einzelnen Kanäle sowie die entsprechenden Gene benannt werden, was die meisten anderen Physiologie-Bücher oft unter den Tisch fallen lassen, in Göttingen aber häufig gelehrt und abgefragt wird. Die Gefahr, dass sich in der Ausführung von Details zu verstricken wird hierbei so umgangen, dass diese Fakten meistens in gesonderten Tabellen untergebracht werden und im Haupttext zugunsten der Lesbarkeit nur die unmittelbar wichtigen Bezeichnungen untergebracht werden. Bei den weiteren Kapiteln der vegetativen Physiologie gibt es wenig bahnbrechende Neuheiten, es werden hier die notwendigen Themen mit allen gern gefragten Stichworten präsentiert. es fällt auf, dass hier teilweise deutlich auf die relevanten IMPP-Fragen Acht genommen wurde, denn beliebte Stichworte dieses Mainzer Institutes finden sich häufiger im Fettdruck wieder. Generell wurde hier und da Kritik in Göttingen laut, dass das Lungenkapitel nicht optimal gestaltet worden ist – auf den ersten Blick scheint es etwas oberflächlich zu sein, die meisten Stichworte wie ich sie noch aus meinen Physiologie-Fragen kenne, sind aber trotzdem enthalten. Im dritten Teil des Buches dreht sich schließlich alles um die spezielle Neurophysiologie, hier findet das Buch einen guten Weg dem Leser die Prinzipien der Neurophysiologie beizubringen auch wenn es in seiner Ausführlichkeit hier bisweilen zu Lasten der Prägnanz geht. Hier gab es dazu aber auch schon einige Rückmeldung gelegentlich auch das Kurzlehrbuch aus dem gleichen Hause zu Rate zu ziehen um auch die Prüfungsrelevanz der Inhalte nicht ganz aus den Augen zu verlieren. Alternativ kann man sich was auch an den Vorlesungen orientieren um die Wichtigkeit der einzelnen Sachverhalte zu beurteilen.

Zusammenfassend lässt sich sagen, auch wenn in diesem Buch nicht alles Gold ist was glänzt, so hat die Duale Reihe Physiologie doch die Vorreiterrolle übernehmen und somit auch die Standards für ein Physiologie-Buch neu setzen können. Zwar ist hier nicht jedes von den Göttinger Physiologen geforderte Detail enthalten – dies ist bei 34 medizinischen Fakultäten in Deutschland mit ihren unterschiedlichen Ordinarien und Lehrinhalten schier nicht möglich -, dennoch handelt es sich hier um das didaktisch gesehen bislang am besten gelungene Physiologiebuch. Fairerweise muss man aber noch zugeben, dass bisher erst eine Generation von Studenten mit diesem Buch gearbeitet hat und es den Langzeittest noch bestehen muss.

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