Histologie

From Fachschaft Medizin Göttingen

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Zellen mit Flouroszenz Farbstoff markiert
Zellen mit Flouroszenz Farbstoff markiert


Definition

Die Histologie ist die Lehre von den Geweben. In der Medizin ist sie Teilgebiet der Anatomie und der Pathologie. Während den Kursen der Mikroskopischen Anatomie beschäftigen wir uns als Mediziner mit der Feinstruktur der unterschiedlichsten Organsysteme und stellen die Beobachtung in Zusammenhang mit der physiologischen und damit auch der biochemischen Funktion. Dieses dient dem tieferen Verständnis sowie dem besseren Einbau des später hinzukommenden biochemischen Lernstoffs.

Geschichte

Die ersten Gewebetypen wurden bereits ohne Mikroskop beschrieben, jedoch erfuhr diese Forschungsrichtung einen Quantensprung durch die Entwicklung qualitativ hochwertiger optischer Geräte.


Gerade die Mikroskope der Firma Zeiss, welche ab dem Jahr 1872 in der Lage war Glas in gleichbleibender Qualität herzustellen, brachten die Forschung voran. Auf Basis der Arbeit von Ernst Abbe wurde das erste Mal das Phänomen der nummerischen Abberation entdeckt. Abbe beschrieb hiermit, daß es nicht auf die Vergrößerung alleine ankommt, sondern das das Auflösungsvermögen an sich begrenzt ist und nur durch bessere Qualität des verwendeten Materials erhöht werden kann.


In den Histologie-Kursen werdet ihr ebenfalls Bekanntschaft mit der Elektronenmikroskopie machen. Dieses Verfahren erreicht die 1000fache (0,1nm) Auflösung der Lichtmikroskope und wurde bereits in den 1930ern Jahren entwickelt. Es erlaubt phänomenale Auflösungen, jedoch nur in kleinen Ausschnitten.


Weitere Verfahren sind Fluoreszensmikroskopie, welche jedoch speziell aufbereitete und nicht lange haltbare Präparate efordert, sowie die Laserscanmikroskopie. Beide Verfahren werdet ihr im Kurs eher nicht kennenlernen.

Anwendungsbeispiele

In der Klinik wird die Histologie genutzt um in Gewebeschnitten Tumoren zu identifizieren und mit diesen Informationen die weitere Therapie planen zu können. Diese Untersuchungen sind inzwischen durch Spezialverfahren so schnell durchzuführen, das mitunter während einer Operation - bei der ein Tumor entfernt werden soll - sogenannte Schnellschnitte der Randgebiete des entfernten Gewebes gemacht werden. Diese werden zur Untersuchung eingeschickt und binnen kürzester Zeit gibt der Pathologe eine Rückmeldung ob das komplette entartete Gewebe entfernt wurde.

Desweiteren nutz die Histologie heute auch Methoden der Molekularbiologie. Durch Spezialfarbstoffe (fluoreszensmarkierte Antikörper die z.B. an Elemente des Zellskelets binden) lassen sich viele Prozesse innerhalb der Zelle, zum Teil sogar in Echtzeit, sichtbar machen und bieten eine Grundlage für Felder wie die Proteomik. Diese erforscht das Vorkommen und das Zusammenspiel von Proteinen (Enzymen) in einer Zelle. Dieses Forschungsfeld ist sehr ergiebig, da die tatsächliche Protein/Enzymaustattung einer Zelle nicht dem kompletten, im Erbgut codierten, Proteinpool entspricht und dadurch Rückschlüsse auf die ausgeübte Funktion der beobachteten Zelle zulässt.


Histologie in Göttingen

Die Histologie in Göttingen gehört zur Anatomie und befindet sich im selben Gebäude im ersten Stock. Seit dem Tod von Prof. Herken wird die Abteilung kommissarisch geleitet durch Prof. Miosge. Die Histologie in Göttingen hat einen sehr guten Ruf, trotzdem soll die Abteilung bis 2010 geschlossen werden.


Kursablauf

Hinweise hier zu findet ihr auf der Seite der Anatomie: www.anatomie.uni-goettingen.de


Adressen

Abteilung Histologie:

Kreuzbergring 36 - 37075 Göttingen
0551-39-7050 - 0551-39-7067
histo@gwdg.de
Homepage

Prof. Dr. med. Nicolai Miosge

Abteilungsleiter (komm.)
0551-39-7050
nmiosge@gwdg.de
Homepage

Cyrilla Maelike

Wissenschaftliche Mitarbeiterin
0551-39-7050
cmaelike@gwdg.de


Nützliche Links im Internet

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