Irren ist menschlich - Psychiatrie Verlag

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Bibliografie
Bild:irrenistmenschlich.jpg
Buchname: Irren ist menschlich
Auflage: 4. Auflage (2006)
Autoren: K. Dörner, U. Plog, C. Teller & F. Wendt
Verlag: Psychiatrie Verlag
Anschaffungspreis: 24,90
Seitenzahl: 640
ISBN: 9783884144404
Sonstiges: gebunden

Verlagsseite

Dieses Lehrbuch der Psychiatrie ist einerseits gerichtet an sich in Ausbildung befindende Ärzte, Krankenpfleger, Sozialarbeiter, Psychologen sowie Ergotherapeuten, andererseits soll es den bereits psychiatrisch tätigen Leser in all den genannten Berufen befähigen seine Alltagsarbeit nachdenklicher und mit mehr Freude zu tun. Außerdem ist dieses Buch, das medizinisches „Fachchinesich“ bewusst vermeidet, ebenfalls gut verständlich für interessierte Patienten und deren Angehörige. Letztendlich soll dieses außergewöhnliche Lehrbuch seinen Leser dabei unterstützen, auch privat bewusster mit sich und Anderen umzugehen.

Das Buch ist gegliedert in 19 Kapitel, wobei jedes dieser Kapitel eine psychiatrische Erkrankung ausführlich darstellt. Eine Besonderheit stellt das erste Kapitel dar: Es beschäftigt sich mit dem psychiatrisch tätigen Menschen, mit dessen Motiven, Wünschen und Zielen in diesem Arbeitsfeld. Hier eine Übersicht über die Inhalte der verschiedenen Kapitel:


1. Der sich und anderen helfende Mensch

2. Der geistig sich und Andere behindernde Mensch - Schwachsinn

3. Der junge Mensch - Kinder-und Jugendpsychiatrie

4. Der sich und Andere liebende Mensch - Schwierigkeiten der Sexualität

5. Der sich und Andere fügende Mensch - Schizophrenie

6. Der sich und Andere aufbrechende Mensch – Manie

7. Der sich und Andere niederschlagende Mensch - Depression

8. Der sich und Andere versuchende Mensch - Abhängigkeit und Sucht


Im Gegensatz zu „gewöhnlichen“ Lehrbüchern der Psychiatrie konzentriert sich dieses Werk besonders auf sozialpsychiatrische Zusammenhänge und sieht den Patienten nicht als isoliertes, „gestörtes“ Individuum, sondern stets in seinem prägenden gesellschaftlichen Umfeld. So beginnt auch jedes Kapitel mit der Beschreibung der jeweiligen „Landschaft“, d.h. den gesellschaftlichen und familiären aber auch individuellen inneren Bedingungen, die zu der jeweiligen psychischen Störung als „Problemlösungsverhalten“ führen. Jedes Kapitel ist in 5 Abschnitte gegliedert:


A: Die Landschaft des Kranken

B: Kränkungen, Auffälligkeiten, Diagnose

C: Die Begegnung

D: Beratung, Therapie, Hilfe zur Selbsthilfe

E: Epidemiologie (Verbreitung) & Prävention (Vorbeugung), plus Literaturhinweise


Nach der „Landschaftsbeschreibung“ im Abschnitt A jeden Kapitels folgt im Abschnitt B mit dem Namen „Auffälligkeiten“ eine ausführliche Beschreibung der Symptome der jeweiligen Störung, wobei Patientengespräche aus dem klinischen Alltag als anschauliche Beispiele dienen. Der Abschnitt C, „Die Begegnung“, versucht dem Leser eine spezifische Grundhaltung im Dialog mit dem Patienten zu vermitteln. Dabei wird der Leser dazu angehalten, sich nicht nur auf das Verhalten und die Äußerungen des Patienten zu konzentrieren, sondern auch die eigenen Gefühle und Reaktionen im Blick zu haben um dem Patienten gerecht werden zu können. Im Abschnitt D werden schließlich die Therapieoptionen erläutert, der Abschnitt E gibt Informationen zur Epidemiologie und Prävalenz.

Jedes Kapitel enthält außerdem Ausschnitte aus Patientengesprächen sowie Anregungen zu Rollenspielen und Diskussionen in der Gruppe.

Fazit:

Es handelt sich um ein wirklich außergewöhnliches Lehrbuch mit einem in dieser Form einzigartigen didaktischen Konzept, denn es vermittelt neben dem prüfungsrelevanten Wissen auch eine therapeutische Grundhaltung für den Umgang mit psychiatrischen Patienten!


Die restlichen Kapitel:

9. Der sich und Andere bemühende Mensch - Neurose / Persönlichkeitsstörungen / Psychosomatik

10. Der sich und Andere tötende Mensch - Krise und Krisenintervention

11. Der für sich und Andere gefahrvolle Mensch (die forensische Seite)

12.Der sich und Andere körperkranke Mensch - körperbedingte Psychosyndrome

13. Der alte Mensch – Gerontopsychiatrie

14. Spielräume - Ökologie der Fremd- und Selbsthilfe

15. Wege der Psychiatrie (Psychiatriegeschichte)

16. Recht und Gerechtigkeit

17. Soziotherapeutische Techniken

18. Körpertherapeutische Techniken

19. Psychotherapeutische Techniken

Persönliche Werkzeuge